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Unser Kino

... besteht seit März 2006 und hat insgesamt 308 Plätze in drei Sälen. Wir spielen seit 2013 nun auch mit digitaler Vorführtechnik, wobei die analoge Bespielung mit Meo 5 XB-Projektoren von Tellern und 600m-Spulen immer noch in allen drei Sälen möglich ist. Das Kino in der Fabrik ist Mitglied in der AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater und im Netzwerk Europa Cinemas.

Saal K 158 Plätze, Leinwand 20 qm, Ton: Dolby digital und Dolby Stereo

Saal I 101 Plätze, Leinwand 9 qm, Ton: Dolby Stereo

Saal F 49 Plätze, Leinwand 8 qm, Ton: Dolby Stereo

KIF, TIF, Kupplungswerk - Die Geschichte des Hauses

Seit 1870 entwickelt sich das Areal an den Löbtauer und Plauenschen Weißeritzufern zum Industriegebiet: Mehrere metallverarbeitende Betriebe, eine Brauerei, die Bienertmühle samt Bäckerei und Ölfabrik sowie die Schokoladenfabriken Petzold & Aulhorn und Riedel & Engelmann produzieren hier. Vermutlich schräg gegenüber des jetzigen Kinogeländes bauen die Hille-Werke Motoren.

Der Gebäudekomplex Tharandter Straße 31/33 wird 1950 als Neubau für den frisch gegründeten "Werkzeugmaschinenbau Universal" errichtet, der im Laufe der 50er Jahre zunächst in "VEB ABUS Ausrüstung von Bergbau und Schwerindustrie" und dann in "VEB Kupplungs- und Triebwerkbau" umbenannt wird. Der Betrieb stellt Kupplungen für Industriebetriebe, Bergbau- und Schwermaschinenbau her, nicht aber für PKW.

Im heutigen "Schwarzen Salon", dem Saal K und den Büroräumen befinden sich die Technologie-Abteilung und die Werkzeugausgabe. Das spätere Kino I dient als Speisesaal, im Saal F und dem Vorführraum arbeiten die KöchInnen. Das Erdgeschoss beherbergt die dreischiffige Montagehalle mit Dreherei, Fräserei, Schmiede und Schleiferei sowie den Versandbereich. In den beiden Vorderhäusern direkt an der Straße (heute Parkplätze) sitzt die Verwaltungsabteilung.

1982 entsteht durch Zusammenschluss mit dem Kupplungswerk Freital der VEB Kupplungswerk Dresden. Aus diesem Betrieb geht am 30. Mai 1990 die Kupplungswerk Dresden GmbH hervor, die heute als KWD Kupplungswerk Dresden GmbH firmiert und am Standort Löbtauer Straße produziert.

Im Jahr 1990 wird das Schauspielhaus rekonstruiert, deswegen eine neue Probebühne gesucht und das inzwischen leer stehende Fabrikgebäude an der Tharandter Straße gefunden. Die Räume werden nicht nur für Theaterproben, sondern auch als Spielstätte für schwierige Stoffe genutzt (wie das ehemalige Filmkunsttheater Astoria in den 1980er Jahren).

Das Fabrikgelände wird im selben Jahr vom Familienunternehmen Deutsch übernommen und die Sächsische Druck- und Verlagshaus AG Dresden (SDV) gegründet.

Am 3. Oktober 1993 eröffnet das Staatsschauspiel das Theater in der Fabrik (TIF) – den heutigen "Schwarzen Salon" – offiziell als Spielstätte, um einen Ort für unkonventionelle Aufführungen zu schaffen. Das Publikum nimmt das neue Theater zögernd an, Kritiker loben insbesondere die "Präsidentinnen"-Inszenierung von Matthias Nagatis und die Studioaufführung "Dirty Dishes" der Dresdner Schauspielstudenten.

"... über zwei Hinterhöfe, über eine Eisentreppe geht's hinauf in einen niedrigen Raum für höchstens hundert Besucher ..." – Erika Stephan, Theaterkritikerin, in: Die Deutsche Bühne 4/1994

Fotos: KIF (links), Christian Schönwälder (rechts)

1994 wird das TIF – für ein Mehrspartentheater sehr ungewöhnlich – künstlerisch und organisatorisch selbständig und der ehemalige Regieassistent Volker Metzler zum Künstlerischen Leiter ernannt. Das junge TIF-Team erlangt durch seine Suche nach neuen dramaturgischen und ästhetischen Theateransätzen sowie die Zusammenarbeit von Darstellern des Staatsschauspiels und freischaffenden Künstlern Bekanntheit in ganz Mitteldeutschland. Die "Tanzpalast"-Inszenierung (ab September 1995) ist ein enormer Erfolg bei Publikum und Presse und das TIF damit als Spielstätte etabliert.

"Wir wollten es jemandem übergeben, der alle Planungen auf seine Kappe nimmt. Und da habe ich vorgeschlagen, lasst es uns doch versuchen, dass die Truppe, die das TIF zukünftig leitet, eine Art Staat im Staat wird. Ich bin der Dienstherr, das Staatsschauspiel ist die Großorganisationsform, die dafür sorgt, dass es warm ist, die Scheinwerfer brennen, dass Technik und die nötigen Requisiten da sind und keine Miete gezahlt werden muss." – Dieter Görne, Intendant des Staatsschauspiels 1990–2001

1998 verlässt Volker Metzler das TIF. Er arbeitet anschließend freiberuflich, dann am neuen theater Halle/Saale und am Theater Junge Generation Dresden; 2008 gründet er die Produktionsgemeinschaft für freies professionelles Theater DRAMATEN. Neue Künstlerische Leiterin des TIF wird Eva Johanna Heldrich. Sie sorgt mit ihrem experimentellen Theaterverständnis, der starken Nachwuchsförderung, vielen Uraufführungen und dem Arbeitsbereiche übergreifenden Organisationskonzept deutschlandweit für Furore.

12./13. August 2002: Das Weißeritz-Hochwasser beschädigt das Fabrikgebäude; auch die legendäre Fladenbrot-Bäckerei unter dem TIF überlebt das Hochwasser nicht. Die Fassade des Hauses wird im darauf folgenden Jahr saniert.

Im Juni 2004 fällt das TIF Sparmaßnahmen des Staatsschauspiels zum Opfer. Als letzte Vorstellung läuft noch einmal die Erfolgsproduktion "Täglich Brot" von Gesine Danckwart.

Jungunternehmer Christoph Deutsch übernimmt das Sächsische Druck- und Verlagshaus von seinem Vater und unterstützt seitdem alle kulturellen Aktivitäten im Areal Tharandter Straße 31/33. So kann das Staatsschauspiel die Probebühnen bis Mitte 2005 weiter nutzen.

Eva Heldrich arbeitet anschließend unter Intendant Hasko Weber als Künstlerische Direktorin am Schauspiel Stuttgart. In der Silvesternacht 2006/2007 erliegt sie einer langwierigen Krebserkrankung.

Basierend auf einer Anregung von Eva Heldrich soll aus dem ehemaligen TIF nun ein Filmtheater werden. Theaterleiterin Eva Heldrich hatte Kinobetreiber Frank Apel einst über die Probebühnen des Hauses geführt. "Das war wie eine Offenbarung. Fünf Minuten vor meiner Haustür schlummerten Säle, die förmlich nach Kino riefen." schwärmt er. Von August 2005 bis März 2006 dauern der Umbau der beiden ehemaligen Probebühnen und die völlige Neugestaltung des Eingangsbereiches. Konzipiert haben das KIF die G.N.b.h. Architekten Benjamin Grill und Hendrik Neumann.

von der Probebühne zum Saal K (Fotos: KIF)

Am 16. März 2006 öffnet das KINO IN DER FABRIK (KIF) seine Pforten und ist damit das jüngste Dresdner Arthouse-Kino. Zunächst werkeln im kleinsten Saal noch die Handwerker, aber zur großen Eröffnungsparty eine Woche später ist alles fertig.

"Unsere ursprüngliche Absicht, die Säle Joint 1 bis Joint 3 zu bezeichnen, haben wir aus Gründen der 'Inneren Sicherheit' fallen lassen ..." – KIF-Betreiber Conny & Frank Apel, Stefan Ostertag und Wolfhard Pröhl

Seitdem liefen mehr als 600 verschiedene Filme für 160.000 Besucher (Stand Februar 2010) – nicht gezählt all die Lesungen, Stummfilmabende, Theateraufführungen, Konzerte und Privatfeiern im "Schwarzen Salon". Für sein hervorragendes Filmprogramm erhielt das KIF schon mehrfach Preise des Kulturstaatsministeriums und der Mitteldeutschen Medienförderung.



Quellen:

* Gespräch zwischen Eva Heldrich & Marcel Klett (TIF) und Axel & Olaf (ColoRadio) am 9. Januar 2004, gesendet am 29. Januar auf ColoRadio Dresden

* Heldrich, Eva J./Klett, Marcel (Hrsg.): TIF/Theater in der Fabrik. Staatsschauspiel Dresden 1998–2004. Theater der Zeit, Berlin 2004.

* Reichert, Friedrich: Plauen – Dresden. Vom Dorf zur Stadt. In: Stadtmuseum Dresden (Hrsg.): Dresdner Geschichtsbuch. Bd. 1. Altenburg 1995. S 84–118.

* Auskünfte von ehemaligen MitarbeiterInnen des Kupplungswerkes

* Artikel zum TIF im Stadtwiki Dresden

* Artikel zur Tharandter Straße bei www.dresdner-stadtteile.de

* Artikel zur Entstehung des KIF beim Gewerbeverein Kesselsdorfer Straße

* Historie des Kupplungswerkes

* http://www.volkermetzler.de

* Archiv Staatsschauspiel Dresden, Frau Riedel

* Bibliothek des Dresdner Verkehrsmuseums, Dana Runge

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